Gespräche, die von Herzen kommen

Tiere, die ein nahes Verhältnis zum Menschen haben bekommen viel mehr mit, als wir glauben. Sie nehmen vor allem sehr genau unsere Emotionen war. Aber können wir das gleiche in Richtung unseres Haustieres von uns sagen?

So vieles verschließt sich uns. Wir können nicht genau wissen, was ein Tier mental, seelisch oder körperlich wirklich bewegt.

Hier sind einige Beispiele für Gesprächsthemen:

  • wie geht es dem Tier ganz allgemein
  • welche Wünsche hat es
  • bei gesundheitlichen Problemen - welche Behandlung könnte helfen?
  • welche Beschäftigung oder Aufgabe wünscht es sich
  • kommt es mit der Unterbringung/Versorgung zurecht
  • kommt es mit seinen tierischen "Mitbewohnern" zurecht
  • was mag es an Körperkontakt
  • wie kommt es mit dem Futter zurecht
  • wie geht es mit den menschlichen Emotionen um
  • Vorbereitung für einen medizinischen Eingriff
  • ein Umzug steht an
  • Sterbebegleitung
  • Änderungen bei den Bezugspersonen
  • Verhaltensauffäligkeiten
  • Kompromisse bei Konflikten finden

 

Formuliere Deine speziellen Fragen!

Vieles ist bei allen Tieren ähnlich. Themen wie Futter, Haltung oder das Verhältnis zu Bezugspersonen wiederholen sich in der Regel unabhängig von der Art des Tieres.

Aber es gibt natürlich auch spezielle Fragen. Hier drei Beispiele.

  • Ein Pferd, das geritten wird, werde ich auch auch nach seiner Ausrüstung befragen.
  • Einen Hund kann ich fragen, warum er vor Menschen, die große Gegenstände tragen, Angst hat.
  • Eine Katze, die immer tagelang weg bleibt kann ich nach ihren Beweggründen fragen.

Pferde

Katzen

Andere



Das Protokoll

Beispiel für den Aufbau so eines Protokolls
Beispiel für den Aufbau so eines Protokolls

Wenn ich mit einem Tier spreche, ziehe ich mich immer in die Stille zurück. Ich schenke dem Tier meine ganze Aufmerksamkeit, denn das haben sie verdient.
Ich verbinde mich innerlich mit dem Tier, lade es auf unsere gemeinsame Wiese ein und frage erst mal, ob es mit mir sprechen möchte.
Dann gehe ich in der Regel Abschnittsweise vor. Mal stelle ich jede Frage einzeln und erbitte mir auch Zeit für die Notizen, mal ist das Gespräch so wunderbar im Fluß, dass ich mir erst nach einigen Momenten Notizen mache. Dann gebe ich die gesagten Dinge im Protokoll auch nur in indirekter Rede wieder.
Ich nehme die Körperhaltung, die Stimmung und den Ausdruck war. All das ist nicht bei jedem Gespräch gleich! Wenn für den Moment alles erörtert scheint, stelle ich das Protokoll fertig und sende es Dir umgehend per Mail.


Was mir meine Tiere schon so erzählt haben

Hazanero

Traber, 25 Jahre alt, ehemaliges Rennpferd

Er war bis vor einigen Jahren der Meinung, MIR würde es nicht gut gehen, wenn ich mich noch um ein zweites Pferd kümmern müsste. Ich wäre dann traurig, weil ich nicht mehr so viel Zeit mit ihm - Hazanero - verbringen könne....
Das Interessante daran war: als ich ihn nach einem jüngeren, zweiten Pferd für mich fragte, ging ich fest davon aus, dass ER damit ein Problem hätte und sich zurück gesetzt fühlen würde. Ich hatte schon ein ganz schlechtes Gewissen, ihn überhaupt zu fragen. Ich dachte, er würde mir das übel nehmen.
Aber nichts dergleichen war in seiner Reaktion zu spüren!! IHM ging es nur um MEINE Gefühle... Das hat mich sehr berührt. Denn er hatte vollkommen recht. Ich war lange nicht bereit, mich an den Gedanken zu gewöhnen, meine Zeit nicht ausschließlich ihm zu schenken. Das war mir überhaupt nicht so bewusst. Ihm aber schon!

Als wir vor kurzem wieder auf das Thema zu sprechen kamen hat er mich ganz deutlich spüren lassen, dass die Zeit jetzt reif ist. Über das Pferd, das dabei eventuell in Frage kommt fragte ich ihn unsicher, ob ich dem überhaupt gewachsen wäre... er sagte darauf: "Das mit ihr war meine Idee. Sie ist so wie ich. Naja, in jüngeren Jahren..." Er wollte mir Mut machen, denn es gibt kein Pferd, dem ich mehr vertraue, als ihm. Er ist eine Lebensversicherung in jeder Hinsicht und immer arbeits- und lauffreudig. Die Kombination ist für mich traumhaft.

Einmal fragte ich ihn nach einem zwischenmenschlichen Problem und da meinte er nur: "Das ist Menschenkram, dazu kann ich nichts sagen..."

Wir haben natürlich schon vieles miteinander beredet. Man kann sich das aber nicht wie einen permanenten Redefluß vorstellen. Vielen seiner Bemerkungen ging ein Impuls voraus, den ich als unerwartet bezeichnen würde. Ich habe plötzlich gefühlt, wie seine Haltung zu etwas ist, es "gewusst"...
Er ist immer wieder eine Quelle guter Hinweise, die immer tiefgründig und mit Substanz sind. Er ist immer ausgeglichen, nie übellaunig und kein Pferd vor ihm war mir so nah wie er. Seine Botschaften sind nie egogesteuert, er ist unglaublich weise und souverän.


Herr Lehmann

Das Gespräch mit meinem verstorbenen Hund Lehmann war eines der aufwühlendsten. Lehmann war mein erster Hund und kam in unsere Familie, als auch mein Sohn noch sehr klein war. Lehmann hatte immer eine gewisse Schwere und war nur mühevoll zu begeistern - außer für´s Fressen (suchen).

Er beschrieb mir noch mal unsere gemeinsame Zeit (fast 13 Jahre), die für ihn eben auch einige Tiefen hatten und nicht immer so einfach gewesen wären. Da das sehr privat ist, möchte ich hier darüber ncht schreiben.

Auch über sein Sterben konnte er mir etwas mitteilen. Er sagte, er habe einige Tumore gehabt und weil ich ihn nicht hätte loslassen können, sei er gestorben, als ich gerade nicht bei ihm war. Das wäre sonst nicht gegangen... Er habe aber keine Schmerzen gehabt (er ist beim Dösen einfach "eingeschlafen").

Dann habe er dafür gesorgt, dass Paul sich auf den Weg macht. Auch wenn er das nicht bestimmen konnte (das würde an an anderer Stelle entschieden) wäre er doch dafür zuständig gewesen, dass Paul den Weg findet und zu mir kommt.
Als ich fragte, warum Pelle denn hier sei meinte er nur "der ist nur so da..."

Es scheint immer wieder so zu sein, dass die meisten Tiere bei uns einen gewissen Job zu erledigen, eine Aufgabe zu erfüllen haben. Sie tun das gerne, sie hinterfragen das nicht.

Lehmann 2006
Lehmann 2006
Lehmann macht Werbung in der Bildzeitung 2002
Lehmann macht Werbung in der Bildzeitung 2002

Paul Ferdinand Schröder

Paul mit 5 Monaten
Paul mit 5 Monaten
Paul mit 5 Jahren
Paul mit 5 Jahren

Golden Retriever, geboren Mai 2009

Pauls Lebensausdruck kann man mit einem Wort beschreiben: fröhlich!
Er kam in einer nicht ganz einfachen Lebensphase zu mir, mein alter Golden Retriever Lehmann war ein Jahr zuvor mit fast 13 verstorben und auch in anderen Lebensbereichen lagen schwierige Veränderungen hinter mir bzw. vor mir.
Und dann kam Paul und war einfach voller Lebensfreude und für jeden Spaß und jede action zu haben! Er hatte nie etwas Schweres an sich und das ist bis heute so. Auf die Frage, warum er zu mir gekommen ist antwortete er: "Du warst immer so traurig..."

In einem sehr netten Gespräch hat er mir erzählt, dass er es aber heute nicht mehr so spannend findet, uns beim Reiten zu begleiten. Dass er inzwischen einfach gerne so daliegt und alles beobachtet. Und dass er so gerne frisst. Er spricht dabei aber immer von "essen". "Du weißt doch, wie gerne ich esse...". Er verriet mir, dass er Nassfutter lieber mag (dabei füttere ich das ganz selten!) und dass er so gerne Schokolade isst. Ich habe ihm gesagt, dass es nicht gut ist, dass er sie sich immer überall herklaut (zum Bespiel aus dem Tannenbaum) oder aus Naschdosen, denn er frisst alles auch mit Papier und das ist nun wirklich nicht gut. Er wirkte einsichtig und bis dato hat er sich auch nichts mehr geklaut.
Über Pelle (unserem jüngeren Hund) sagte er, dass er ihn erst nicht mochte und sich sogar geärgert hat, als der nicht wieder weg ging. Dass er ihn inwischen aber richtig mögen würde, Pelle wäre lustig und er würde sehr gerne mit ihm spielen.
Tatsächlich war Paul nach den ersten langmütigen Wochen mit dem Welpen Pelle absolut ablehnend ihm gegenüber, hat auch nicht mit ihm gespielt und ihn mit Missachtung gestraft. Dann kippte die Stimmung aber eines Tages ins Freundschaftliche und seitdem sind die Beiden ein Herz und eine Seele!

Paul mit 7 Jahren
Paul mit 7 Jahren
Paul mit 8 Jahren
Paul mit 8 Jahren

Pelle Grino

Retriever-Mix, geboren Mai 2016

Pelle ist ein Retriever-Mix. Seine Mama war nicht reinrassig, man sagt, da wäre ein weißer Schäferhund mit drin gewesen. Er ist jedem gegenüber freundlich und aufgeschlossen, egal ob Mensch oder Hund. Er hat aber auch einen starken Drang, eine ernsthafte Aufgabe zu haben und unterscheidet sich dadurch sehr von Paul. Er lernt sehr schnell und konzentriert.
In einem längeren Gespräch hat er oft das Wort "langweilig" benutzt, das fiel richtig auf. Interessanterweise baut er dennoch nie Mist, macht nichts kaputt, läuft nicht weg oder ähnliches. Deswegen hat mich seine Aussage eher erstaunt. Muss ich leider davon ausgehen, dass er sich langweilt, trotz unserer vielen Aktivitäten. Er sagte, er würde es LIEBEN, mit uns ausreiten zu gehen. Dabei ging seine Energie richtig hoch, fast als ob er strahlen würde. 

Als ich ihn fragte, warum er zu uns gekommen sei war seine völlig erstaunte Antwort: "na, wegen der Pferde natürlich!"

 

Pelle mit seinen Pferdefreunden Hazanero und Sam 2018
Pelle mit seinen Pferdefreunden Hazanero und Sam 2018
Pelle, fast zwei Jahre alt.
Pelle, fast zwei Jahre alt.